Bundesbeauftragten für die Egerländer/böhmische Blasmusik

Anerkennung und Wertschätzung der Egerländer Blasmusik Wolfgang Jendsch aus Radolfzell zum Bundesbeauftragten berufen

Die traditionellen Kompositionen und Musikstücke aus dem Egerland sowie aus Böhmen stellen einen wesentlichen Teil der Egerländer (Musik-)Kultur dar. Diese Volks- und Blasmusik gilt es zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Die zahlreichen Blaskapellen, Blasorchestern und Volksmusik-Ensembles in Deutschland, die sich mit viel persönlichem Engagement und musikalischem Können dieser Musik verschrieben haben, leisten somit einen ganz wesentlichen Beitrag zur Erhaltung und Pflege der Egerländer Kultur und ihres musikalischen Erbes.

Deshalb berief der „Bund der Eghalanda Gmoin e.V.“ (BdEG) mit Sitz in Marktredwitz/Oberfranken auf seiner Bundeshauptversammlung im Juni den langjährigen Musiker und Blasmusik-Experten Wolfgang Jendsch aus der „Musikstadt“ Radolfzell/Bodensee zum „Bundesbeauftragten für die Egerländer/böhmische Blasmusik“ in den erweiterten Vorstand des BdEG.

Der BdEG setzte damit ein eindrückliches Zeichen für seine besondere Anerkennung und Wertschätzung der Egerländer Blasmusik, der Egerländer Blaskapellen sowie der Musikanten in Deutschland.

„Es ist uns ein wichtiges Anliegen, die Egerländer Volks- und Blasmusik als kulturellen Teil unserer langjährigen Traditionen zu fördern und zu unterstützen“, so der BdEG-Bundesvorsitzende Volker Jobst. Diese Musik mit ihren Ursprüngen in Böhmen (heute Tschechien) und im Egerland, die einst Ernst Mosch und seine Egerländer Musikanten weit über die Grenzen Deutschlands bekannt gemacht hatte und die auch heute noch von zahlreichen Blaskapellen und Orchestern interpretiert wird, sei zudem auch im Hinblick auf die musikalische Zukunft ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil der Jahrhunderte alten Egerländer Kultur.

Der „Bund der Eghalanda Gmoin e.V.“ (BdEG) ist der Zusammenschluss und das Sprachrohr der in Deutschland und Österreich bestehenden Landesverbände, der dort ansässigen 49 Egerländer Gmoin (Ortsvereine), der Egerland-Jugend sowie der Egerländer Einrichtungen wie beispielsweise das Egerland-Kulturhaus - mit dem Egerlandmuseum - in Marktredwitz.

Mit Wolfgang Jendsch habe man einen langjährigen Kenner der Egerländer Blasmusik gewinnen können, der im BdEG zukünftig den Kontakt zu den Blaskapellen, Musikern und der musikinteressierten Bevölkerung in Deutschland fördern, intensivieren und pflegen wird. Jendsch, der in der „Musikstadt“ Radolfzell am Bodensee zudem das „Egerländer Blasmusik- und Informationsarchiv“ mit rund 6.500 Schallplatten und mit derzeit über 65.250 Titeln betreibt, steht somit allen am Egerland, an der Egerländer Kultur sowie an der Egerländer und böhmischen Blasmusik Interessierten im Rahmen der organisatorischen und zeitlichen Möglichkeiten zur Verfügung.

Wolfgang Jendsch ist zudem Mitglied im „Arbeits- und Forschungskreis Egerländer Kulturschaffender“ (AEK) sowie im „Freundeskreis donauschwäbische Blasmusik“.

Die Liebe zur Egerländer und zur böhmischen Blasmusik begann für Wolfgang Jendsch mit der ersten Single-Schallplatte von Ernst Mosch und seinen Egerländer Musikanten, die sein Vater vor mehr als 60 Jahren kaufte.

„Diese Platte besitze ich noch heute“, erinnert sich Jendsch, „… und die beiden Musiktitel „Rauschende Birken“ und „Fuchsgraben-Polka“ stehen quasi als Basis für mein weiteres musikalisches Leben“. Nach seiner Ausbildung am Flügelhorn und an der Trompete musizierte der in Dortmund geborene Radolfzeller in verschiedenen Formationen. Als 2. Vorsitzender und Ausbildungsleiter eines Fanfaren- und Musikzuges zählten die erfolgreiche Teilnahme an den rheinland-pfälzischen Landesmeisterschaften (1974, 1. Platz), am Deutschlandpokal (1974, 3. Platz) sowie am „Wereld Muziek Concours“ (Musik-Weltmeisterschaft 1974, 3. Platz) in Kerkrade/Holland zu den musikalischen Höhepunkten.

Neben den bundesweiten Kontakten zu Egerländer und böhmischen Blaskapellen und der Arbeit am „Egerländer Blasmusikarchiv“ sind heute immer mal wieder Egerländer Polkas oder Walzer auf dem „Buchhof“ unweit von Radolfzell zu hören, wenn Wolfgang Jendsch dort mit seinem Flügelhorn zu Schallplatten von Ernst Mosch oder diverser böhmischer Blaskapellen musiziert.

„Blasmusik ist ein reines Lebens-Elixier – sie entspannt, belebt und bringt Freude in den Alltag!“, davon ist der Radolfzeller überzeugt.